Und Ruck Zuck gehts weiter. Die ersten zwei Kapitel des zweiten Teils hab ich durch: Zeitlich bewegen wir uns dabei zwischen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts (genauer 1870-1925).
Im christlichen Westen zeichnen sich bereits zu Beginn die Probleme der wissenschaftlichen Fixierung ab, denn am Ende sagt sie aus, dass alles in einer Katastrophe enden muss. Das positive, das die Religion vermittelt, ist durch die Wissenschaft nicht zu leisten. Schließlich kann sie gewisse Fragen nicht beantworten (wie etwa den Sinn des Lebens), kann dem Menschen keine einfachen Handlungsanweisungen geben.
Konkret treten die negativen Seiten durch den ersten Weltkrieg hervor. Denn dort manifestiert sich der wissenschaftliche Fortschritt eben in der maßlosen Entwicklung von Kriegstechnik. So muss sich der Westen eben damit abfinden, dass die Wissenschaft nicht die eine "Lösung" sein kann, eben nicht nur Gutes vorbringt.
Das Judentum beschäftigt sich in dieser Zeit mit dem Zion. Die Besiedlung von Palästina beginnt also. Die Religion spielt dabei aber eigentlich nur eine untergeordnete Rolle. Treibende Kräfte sind eher die säkularen Zionisten. Dabei tritt dieser außergewöhnliche Status der Juden in Erscheinung. Sie passen kaum in die gewöhnlichen Kategorien. Denn offenbar ist es die Religion und weniger der Glaube, der sie verbindet, allerdings in einer Weise, die eher nationalem Denken ähnelt. Wie ein Staat Israel am Ende aussieht bleibt fraglich. Denn säkular geht unter den Voraussetzungen eigentlich nicht. Die Entwicklung deutet trotzdem dahin.
Die Muslime kämpfen weiter mit ihrer Modernisierung, die wenigstens auf Umwegen von Außen angetragen wird. Den größten Schnitt erlebt dabei die Türkei, die nach dem ersten Weltkrieg die Freiheit erkämpft und eine Nationalstaat säkularer Prägung wird. Die Türkei und der Iran dagegen stehen weiterhin unter dem direkten Einfluss der europäischen Kolonialmächte, so dass sich dort nur Pseudo-Regierungen ausbilden können. Eine genaue Standortbestimmung bleibt daher aus.
Next Stop: Gegenkultur 1925-1960
Der Start zum Christentum ist kurz und heftig. Eine beeindruckend nüchterne Schilderung der durch die modernen christlichen Staaten verübten Massenmorde (70 Mio zwischen 1914 und 1945). Die wissenschaftliche Planung und streng organisierte, vorher nie mögliche Ausrottung ganzer Menschengruppen und auch die Entwicklung und Einsetzung von immer effektiverer Kriegstechnik mit dem Höhepunkt der Atombombe. Dies zeigt nochmal deutlich, welch furchtbares Potential die "unmoralische" Wissenschaft besitzt.
Die Juden fanden sich in dem Zeitpunkt so stark wie noch nie in einer Opferrolle. Flucht aus den deutsch und russisch kontrollierten Gebieten war für das Überleben unumgäglich, die Besiedlung Palästinas und die Errichtung eines Staates Israel wurde panisch voran getrieben. Religiöser Fundamentalismus entstand dabei durch das Aufeinanderprallen verschiedener Glaubensgruppen, die zudem noch mit den säkularen Zionisten 'kämpften'.
In der muslimischen Welt ging es weiterhin um die Befreiung von den Besatzern, bzw. wenigstens das Erschaffen einer eigenen mitunter muslimischen Identität. In Ägypten gab es dabei den ambitionierten Versuch der Muslimbruderschaft, die auch lange entscheidend zur Entwicklung der Einheimischen beitrug. Mächtiger wurde allerdings die säkulare Bewegung, die nationalistischen Ansätzen folgte. Dies hatte letztendlich den Verbot und die Auflösung der Bruderschaft zu Folge. Nasser, der durch die Suez-Krise zum arabischen Helden wurde, war dabei eine der treibenden Kräfte.
4/20/2009
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