3/25/2009

Einführung: Roy, Der islamische Weg nach Westen

Für die Prüfungsvorbereitung belege ich im Sommersemester noch einige Seminare. Eins davon heißt "Politische Religion in 'säkularen' Staaten des Nahen Osten: Israel, Ägypten und die Türkei".

Als erste Einführungslektüre habe ich mir Olivier Roy's "Der Islamische Weg nach Westen" vorgenommen. Sehr interessantes Buch, dazu sogar gut lesbar. Eben weil es nicht streng wissenschaftlich ist, sondern eine subjektiv ausgewählte Ansammlung von Wissen des Autors darstellt, die er flüssig beschreibt. Darunter leidet natürlich die Kontrolle, aber das würde eh nur ablenken, vor allem jemanden der mit der Materie kaum vertraut ist. Wie ich...

Denn die vielen neuen Begrifflichkeiten stellen sich als Problem beim strukturierten Verständnis des geschriebenen dar, weshalb ich mich an dieser Stelle an einige annähern will. Eine kleine vorläufige Auswahl häufig fallender Begriffe (vollkommen unsortiert, Beschreibungen das was ich mir ggf. momentan darunter vorstelle):
Edit Wikipedia-Recherche

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- Salafismus:
Die Salafisten lehnen es ab den Islam mit Hilfe gewachsener Traditionen zu leben. Vielmehr ist es ihr Anspruch möglichst aufgrund der ursprünglichen Quellen, also vor allem dem Koran (und der Sunna) zu leben. Eigene Interpretation des Geschriebenen und eigenes Denken steht dabei also im Vordergrund.
Die Abgrenzung zum Wahhabismus ist offenbar nicht immer klar, die Begriffe werden mitunter synonym benutzt.

- Wahhabismus:
Die Wahhabisten begleiten mich durch das ganze Buch. Es handelt sich dabei wohl um eine Glaubensrichtung, die sich wohl nicht erschöpfend über geographische Argumente erklären lässt. Will heißen, dass es sich um eine dem Islam direkt zugeordnete Kategorie handelt.
Der Begriff geht auf "Muhammad bin ‘Abd al-Wahhab" zurück.

- Islamismus
Dieser auf den ersten Blick banale Begriff braucht auch noch eine exaktere Definition und Abgrenzung zu anderen Begriffen.
Islamisten kennzeichnet offenbar ein Stück weit die Anerkennung des und Anpassung an den Westen. So denken sie etwa politisch in ähnlichen Begriffen und erkennen somit auch die Herrschaftsform Staat an. Ziel ist also ein islamischer Staat, also einer der auf Basis der Scharia aufgebaut ist. Im Gegensatz dazu lehnen die (Neo?)Fundamentalisten alles westliche ab. Dort regelt die Scharia einfach vom Prinzip her alles, es gibt also keine Grenzen und keine Bürokratie.

- Fundamentalismus und Neofundamentalismus
Ein Fundamentalist scheint wirklich das zu sein, was die Assoziation sagt: Jemand der keine Kompromisse kennt und eine Linie in allen Bereichen des Lebens verfolgt. In dem speziellen Falle übt er seine Religion nach seiner radikalen Auslegung der 'Gesetze' aus. Veränderungen, Modifizierungen, Anpassung an neue Umgebungen und Verhältnisse schließen sie aus. Politisch sind sie deshalb als konservativ zu bezeichnen.
- Salafisten und Wahhabisten gehören offenbar zu der Gruppe der Neofundamentalisten -
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- Umma:
Bei der Umma handelt es sich etwa um die Bezeichnung für die Utopie einer gemeinsamen islamischen Welt. Offenbar ähnlich der internationalen Arbeiterschaft, à la 'Muslime aller Länder vereinigt euch!'

- Dschihad
Ein Begriff unter dem man sich seit dem 11. September viel vorstellen kann. Der 'heilige Krieg', die Umkehrung der Kreuzzüge, der Feldzug des Islam gegen den Westen bzw. die Ungläubigen. So der Mainstream, was offenbar nicht jeglicher Grundlage entbehrt. Allerdings muss man dabei differenzieren und eventuell den Begriff der Dschihadisten klären.
Die Neofundamentalisten sehen als Grundlage des Dschihad ein vollkommenes Muslim sein. Denn wenn diese Basis nicht gelegt ist, führt Allah sie nicht zum Sieg. Wie geschehen etwa in Bosnien oder Palästina, wo Christen bzw. Juden die unvollkommenen Muslime verdrängten. Also erst den Koran (und evtl. auch die Sunna) streng leben und dann den heiligen Krieg führen.
Das Ziel des Dschihad ist es - entgegen einiger Beispiele realer Entwicklung - keinesfalls einen islamischen Staat aufzubauen. Es geht um universelles, also die Umma. Der andere Weg das zu erreichen wäre 'dawah' - die Umma nicht durch Kampf als vielmehr durch predigen, überzeugen, missionieren.


- Sunna
Die Sunna bildet nach dem Koran die zweite Basis islamischen Rechts. Die Regeln gehen dabei auf den Propheten Mohammed zurück. Was er vorlebte ist demnach auch Gesetz. Wenigstens bei den Sunniten, aber wohl auch bei anderen.





[Dies ist ein Arbeitsbeitrag. Es werden erstens noch Begriffe hinzukommen, alles besser sortiert und selbstverständlich genauer definiert werden]

1 Kommentar:

  1. wow... ziemlich akademisch dein neuer blog, aber auf alle faelle interessant!

    dann leg mal los mitm bloggen und hab viel spass!

    weiter so!

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